Hallenbeheizung - JA, aber WIE ?

Die Anforderungen an eine Hallenbeheizung werden immer anspruchsvoller. Ein System muss nicht nur wirtschaftlich arbeiten, sondern auch die Wärme dorthin bringen, wo sie benötigt wird. Hier stellen wir Ihnen zwei alternative Möglichkeiten vor:

Deckenheizgeräte (Deckenlufterhitzer)

Bei dieser Art der Beheizung erfolgt die Heizfunktion über die Raumluft. An die Hallendecke werden je nach Wärmebedarf Geräte zur Lufterhitzung angebracht. Über ein Wärmetauschprinzip aus der Warmwasserzuleitung einer Kesselanlage wird im Gerät warme Luft erzeugt und über ein Gebläse im Raum verteilt. Hierbei entstehen Luftverwirbelungen im Raum, die unter Umständen von Nachteil sein können.

Bei größeren Raumhöhen wird der Einsatz von zusätzlichen technischen Maßnahmen zur Verwirbelung und Verteilung der Warmluft (Ventilatoren) notwendig.

Vorteile

  • Anschluss an vorhandene Heizungsanlage möglich
  • Montage ohne Einrichtungsplan möglich, flexibles System
  • Geringe Investitionskosten

Nachteile

  • Höhere Betriebskosten (Strom für Ventilatoren)
  • Geräuschbelästigung
  • Staubverwirbelung
  • Zugluft

Strahlungsheizung (Dunkelstrahler)

Dunkelstrahler arbeiten nach dem Strahlungsprinzip. Dabei erzeugen Wärmequellen (Strahlungsrohre) an der Hallendecke Behaglichkeit dort, wo sie benötigt wird - schnell und direkt.

Die Befeuerung erfolgt über einen Gasbrenner, der direkt im Gerät integriert ist. Die Rohroberfläche der Strahlungsrohre wirkt als Dunkelstrahler und beheizt die gewünschten Räume durch Wärmestrahlung bzw. über die Wärmeabgabe der erwärmten Gebäudeteile und Einrichtungsgegenstände, die in der Regel eine 3-4°C höhere Oberflächentemperatur aufweisen als die Raumluft.

Eine Verwirbelung der Raumluft wird hiermit vermieden. Es findet eine gleichmäßige Temperaturverteilung statt.

Das System wird häufig zur Beheizung von Industriehallen wie z.B. Werkhallen, Lagerhallen, Hochregallagern, Verkaufsräumen und Sportstätten eingesetzt.

Durch seine schnelle Betriebsbereitschaft hat es sich zur Beheizung von nur zeitweise genutzten Räumen bewährt. Es lässt sich auch zonenweise einsetzen und spart somit unnötige Energiekosten.

Vorteile

  • Schnelle Betriebsbereitschaft
  • Behagliche Raumbeheizung, Fußwärme
  • Direktverbrennung
  • Besserer Nutzungsgrad und dadurch Einsparung von Betriebskosten
  • Keine Zuglufterscheinungen
  • Keine Geräuschbelästigung
  • Zufriedenheit der Mitarbeiter

Nachteile

  • Höhere Investitionskosten
  • Dachdurchbrüche für die Abgasanlage
  • Umfang abhängig von Gebäudegeometrie, vom Einrichtungsplan, den Regalen, den Krananlagen etc.

Brennwerttechnik

Aktuelle Heizungskessel nutzen die Brennwerttechnik, bei der dem Abgas bis zur Kondensation Wärme entzogen wird. Dadurch kann bis zu 10% mehr der im Brennstoff enthaltenen Energie genutzt werden.

Früher stand diese Technik nur bei wassergeführten Heizungsanlagen zur Verfügung, heute werden auch Dunkelstrahler mit Brennwerttechnik ausgestattet. Dem etwas höheren Preis für korrosionsfreie Materialien und Kondensatleitungen steht die bessere Ausnutzung des Brennstoffes und damit Kosteneinsparungen gegenüber.

Industrie- Fußbodenheizung

Im Wohnbereich sind Fußbodenheizungen weit verbreitet, da sie hohen Komfort bieten. Auch in Industriehallen können diese Vorteile genutzt werden.

In der Stahlbeton-Bodenplatte der Halle werden Kunststoffrohre schlangenförmig ausgelegt und einbetoniert. Warmes Heizungswasser durchströmt die Rohre und erwärmt die gesamte Bodenplatte. Die warme Bodenplatte sorgt im direkten Aufenthaltsbereich der Mitarbeiter für angenehme Temperaturen. Daher ist diese Beheizung besonders für Arbeitsplätze mit vorwiegend sitzenden Tätigkeiten und geringen Hallenhöhen geeignet.

Wie bei häuslichen Fußbodenheizungen hat das System eine gewisse Trägheit. Durch die hohe Speichermasse der Stahlbetonbodenplatte kann nicht kurzfristig auf Schwankungen der Außentemperatur reagiert werden. Daher sollten Bereiche mit Außentoren räumlich abgetrennt werden, um Wärmeverluste durch Luftaustausch zu reduzieren.

Eine Industrie- Fußbodenheizung kann genauso wie eine konventionelle Bodenplatte für Lasten durch Fahrzeugverkehr oder Maschinen ausgelegt werden. Das Befestigen von Regalen und Maschinen ist möglich. Bei größeren Maschinen sollte die Fußbodenheizung der Anlagenplanung angepasst werden.

Als wassergeführtes System kann eine Industrie- Fußbodenheizung sowohl mit Kesselanlagen als auch mit Wärmepumpen betrieben werden.

Fazit

Berücksichtigen Sie bei der Entscheidung:

  • die Folge-Kosten
  • die Nutzung der Halle
  • die Situation der Mitarbeiter